Mittwoch, 28. Januar 2015

Gefangen zwischen zwei Männern von Jana Feuerbach















Inhalt:

Seit Lou die Flucht vor ihrem gefährlichen Exfreund gelang, stürzt sie sich Woche für Woche in neue Abenteuer. Nie wieder soll jemand ihr Herz berühren. Schon gar nicht der sympathische Ryan, der mit ihr an den See fährt und ihr Milchkaffee auf die Arbeit bringt.

Ryan ist fasziniert von der warmherzigen Persönlichkeit hinter Lous harter Fassade und umwirbt sie geduldig. Er ahnt nicht, wie sehr Lous Exfreund sie immer noch unter Druck setzt.
(Quelle: Bookshouse Verlag)



Beurteilung:

Was tun, wenn einen die Vergangenheit nicht los lässt? Wenn die Schatten der Vergangenheit einen immer wieder einholen? Wenn die Seele so verletzt ist, dass man seine Umwelt ausgrenzt… Kann eine „neue“ Liebe helfen das Negative hinter sich zu lassen?

Der Plot und auch die Handlungen weisen sehr interessante Züge auf. Jedoch konnte ich mich mit den Hauptfiguren nicht identifizieren, was unter anderem an dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil der Autorin lag. Die Geschichte wird in personalisierter Erzählperspektive, aus der Sicht von Louise, wiedergegeben.

Gut wurde die innere Zerrissenheit und Traumatisierung Louises herausgearbeitet und versucht emotional darzustellen. Mir jedoch fehlte der endgültige Zugang zu der Hauptfigur. Ich hatte eher den Eindruck, dass es sich um eine gespaltene Persönlichkeit handelt: auf der einen Seite eine Jägerin, die ihre sexuelle Begierde auslebt, und auf der anderen Seite eine unsichere, introvertierte Kindergärtnerin, die sich vor der Welt versteckt und außer ihrem besten Freund niemand in die Wohnung lässt – und selbst dort sich nur mit einer Waffe sicher fühlt …

Mir ging die Entwicklung zwischen Lou und Ryan etwas zu schnell, d.h. die Sprünge und zwischenmenschlichen Fortschritte waren zu groß und teilweise nicht ganz nachvollziehbar, wenn man die Hintergrundinformationen zu der Hauptfigur mit berücksichtigt.

Ein schwieriges und sensibles Thema an das sich die Autorin hier gewagt hat. Positiv fand ich, dass Lou es aus eigener Kraft geschafft hat aus dem Teufelskreis auszubrechen, die Bewältigung ihrer Vergangenheit anzustreben und neuen Personen Platz in ihrem Leben einzuräumen – natürlich immer mit dem Sicherheitsnetz in Form ihres besten Freundes.

Zusammenfassend möchte ich bemerken, dass sich durchaus Potenzial der Autorin erkennen lässt, die Umsetzung letztendlich mich persönlich nicht ganz überzeugte. Jana Feuerbach behandelte hier eine sehr sensible und schwierige Thematik.


Vielen Dank dem Bookshouse Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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