Dienstag, 25. November 2014

Belina - Liebe auf den zweiten Brief von Marie-Christin Rapp















Inhalt:

Zu der 22-jährigen Kunstgeschichtestudentin Melina verirrt sich eines Tages ein Brief von einem Unbekannten. Der Adressat ist ein gewisser Ben Hambold. Ebenfalls Student. Die quirlige Melina lässt sich auf den Unbekannten ein und schreibt ihm. Das zu Anfang gedachte Projekt entwickelt sich schon bald zu einer romantischen Liebesgeschichte des 21. Jahrhundert.
„Belina – Liebe auf den zweiten Brief“ – Ein Kurzroman über  die Liebe, die Distanz und die Macht der Wörter.
(Quelle Amazon)


Beurteilung:

Die Idee einen Roman in Form eines Briefwechsels zwischen Ben und Melina zu präsentieren ist gut und der Schreibstil angenehm. Der Plot und die Idee dahinter sind interessant, auch wenn das Ende absehbar ist – wobei der Titel ja auch schon darauf hindeutet.

Über alltägliche Probleme, wie z.B. das Scheitern einer Beziehung, aber auch über ihre Gedanken, die jeden einzelnen so beschäftigen, tauschen sich die beiden Brieffreunde in dem Briefwechsel aus. Im Zeitalter von Handy, PC, sozialen Netzwerken etc. eine sehr schöne Idee, nach dem Motto: „Lass Worte sprechen“.

Zuerst hatte ich etwas Probleme mich in Melina hineinzuversetzen, da sie mir in ihren Gedanken und Gefühlen zu Beginn etwas zu sprunghaft war und teilweise in ihrem Verhalten überhaupt nicht nachvollziehbar war. Sie war zuerst die kleine „Zicke“, die jedoch im Laufe des Romans eine Wandlung durchmachte. Ben dagegen war mir mit seiner offenen Art sofort sympathisch.

Allerdings muss bei dieser Art der Schreibform berücksichtigt werden, dass für den Leser wichtige Hintergrund und Verständnisinformationen in reiner Briefform verloren gehen, bzw. nur teilweise ankommen. So wäre für mich z.B. interessant gewesen, wie die Treffen abgelaufen sind, wo die Hemmschwellen beim Aufeinandertreffen waren und wie genau die Beiden diese beseitigt haben.

Für eine 22-jährige Studentin drückt sich Melina sehr gewählt und teilweise etwas gestochen aus und auch der plötzliche Wandel von Brieffreund zu „mehr“ kam mir zu überrascht.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass die Autorin hier einen schönen Kurzroman verfasst hat, der eine sehr schöne Liebesgeschichte beinhaltet. Potential der Autorin Marie-Christin Rapp lässt sich auf jeden Fall erkennen, denn die Idee und der Plot sind gut, wenn auch die Umsetzung nicht ganz perfekt ist. Nichts desto trotz hat mir der Kurzroman gefallen und angenehme Lesestunden bereitet.


Vielen Dank an die Autorin Marie-Christin Rapp für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Montag, 24. November 2014

Im Bann des keltischen Tigers - Tíogaír hÉireann von Lisa Skydla















Inhalt:

Nur weil Sophie ihren Freundinnen beweisen will, dass an einer alten Legende nichts dran ist, verbringt sie eine Nacht in den Ruinen von Clonmacnoise. Dieses alte Klosterdorf in Irland offenbart ihr mehr als sie sich jemals vorstellen konnte.

Und ehe sie sich versehen hat, ist sie mit dem mysteriösen Conner verbunden, der ihr nicht nur vor Angst Gänsehaut beschert, ganz im Gegenteil.

Die dominante, sadistische Art von Connor gefällt Sophie sehr gut, nur die Regel, dass sie keinen Schritt mehr allein tun darf, passt ihr ganz und gar nicht. Sophie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe und ihrem Freiheitssinn.

Außerdem ist da ja auch noch der bösartige, alte Angus, der ihr nach dem Leben trachtet. Wird sie einen Weg finden, um glücklich zu werden?

Prickelnd, erotisch und mit einem kleinen Anteil SM, entführt dieser Roman in die geheimnisvolle Welt der Fantasy.
(Quelle Amazon)


Beurteilung:

Erotik pur, verpackt in einen sehr interessanten Plot und einem äußerst angenehmen Schreibstil!

Lisa Skydla besticht in diesem Roman mit einer sehr authentischen und nachvollziehbaren Plot, der den Leser in die Welt der irischen Sagen und Legenden entführt. Nichts desto trotz wirkt die Geschichte so real, dass eine Identifizierung mit den sympathischen Hauptprotagonisten mehr als möglich ist. Auf der einen Seite ist die junge Urlauberin Sophie, die unverhofft mitten in eine Legende platzt, und auf der anderen Seite, der geheimnisvolle keltische Tiger Connor – Bestandteil der Legende -  beide ziehen den Leser auf ihre Art und Weise in ihren Bann. Nach dieser einen Nacht, ist nichts mehr wie vorher…

Durch ihren angenehmen und flüssigen Schreibstil, in Kombination mit Erotik, Spannung, sowie Intrige, gelingt es der Autorin den Leser innerhalb kürzester Zeit an ihren Roman zu binden, so dass ein Weglegen dieses nur sehr schwer geht.

Auch die emotionale Bindung an das Buch funktioniert sehr gut. Hervorgerufen durch die personalisierten Erzählperspektive und der detaillierten Gedankengänge der einzelnen Hauptprotagonisten. Man leidet, hofft und bangt mit ihnen. Ebenso teilt der Leser innerhalb weniger Szenen die Abneigung Sophies gegenüber Angus, der sowohl ihr, als auch Connor nach dem Leben trachtet, und dem keine Intrige zu schade dafür ist.

Die expliziten Sexszenen sind sehr sinnlich und erotisch beschrieben - mit einem kleinen Anteil SM verarbeitet, der jedoch nur eine kleine Randerscheinung darstellt.

Abschließend möchte ich folgendes bemerken:

Ein rundum sehr gelungener und in sich stimmiger Erotikroman aus der Feder von Lisa Skydla, den ich nur empfehlen kann. Die erotische Spannung zwischen den Protagonisten, die aufkeimende tiefe Liebe, aber auch die detaillierte Beschreibung Irlands zieht den Leser unweigerlich in seinen Bann. Das Ganze verbunden mit einem Touch Drama und Fantasy, in Form von Legenden und Sagen… ein wahres Lesevergnügen.

Mittwoch, 19. November 2014

Lovegoods Mission - Planetary Lust 1 von Cat Crimson und Alana Troy














Inhalt:


Planetary Lust – Science Fiction im Stil der klassischen Pulps, gepaart mit phantasievoller Alien-Erotik

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2096. Die Erde wird von einer außerirdischen Macht bedroht und es gibt nur eine Hoffnung: Captain Stella Lovegood. Mit ihrer 100 Mann starken Besatzung durchstreift sie auf ihrem Raumschiff die Galaxis, um Kontakt zu fremden Zivilistationen aufzunehmen und so eine Allianz gegen die tödliche Bedrohung zu schmieden.

Doch ihre Mission droht zu scheitern, als das Schwerkraftfeld eines dunklen Sterns die Spirit erfasst. Das Schiff und seine Mannschaft sind dem Untergang geweiht und nur dem beherzten Eingreifen ihres ersten Offiziers ist es zu verdanken, dass Captain Lovegood die Mission fortsetzen kann.

Allein in ihrem überaus leistungsstarken Rettungsschiff, der Sojourner, fliegt die Erstkontakt-Spezialistin von Sonnensystem zu Sonnensystem, einem ungewissen Schicksal entgegen. Und nur ihre hohe Intelligenz, extreme Anpassungsfähigkeit und außergewöhnliche Empathie, gepaart mit einer unersättlichen Libido und körperlichen Fitness, sichern ihr Überleben in einer fremdartigen und oft lebensfeindlichen Umwelt.

Wird es Stella gelingen, Verbündete zu finden und wird sie jemals zur Erde zurückkehren können…?
(Altersempfehlung: ab 16)
(Quelle Amazon)



Beurteilung:


Auf ca. 59 Seiten beschreibt das Autorinnen-Duo in einem sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil die Umstände und Hintergründe, die überhaupt zu dieser außergewöhnlichen Rettungsaktion der Erde und dem Einsatz der Wissenschaftlerin Stella Lovegood führen. Außer, dass jene sich beruflich u.a. mit der Entschlüsselung von außerirdischen Artefakten beschäftigt und in ein Team von Spezialisten berufen wird, deutet erstmal nichts auf Scienfiction hin. Stella hat in einer Männerdomäne mit Vorurteilen, Neid und Missgunst zu kämpfen und muss „ihren Mann stehen“. Allen Widersachern zum Trotz überwindet die sympathische Wissenschaftlerin alle Hindernisse.

Sehr authentisch und nachvollziehbar, beschreiben Cat Crimson und Alana Troy die Gedankengänge, Beweggründe und Emotionen der Hauptfigur und „hauchen ihr damit menschliche Züge“ ein. Dem Leser gelingt ein gewisser Grad der Identifikation mit den Widrigkeiten und Intensionen Stellas, was den Plot sehr realistisch wirken lässt.

Gekonnt endet der 1. Teil mit einem Cliffhanger: Stella muss die Reise alleine fortsetzen … man darf gespannt sein, was sie auf ihrer Reise durch die Galaxy alles erleben wird.

Sehr angenehm ist die Kombination aus Pulp und Erotik – ohne überzogen zu wirken.


Zusammenfassend ist zu sagen, dass mich das Autorinnen-Duo überrascht hat - bis dato kannte ich Cat Crimson und Alana Troy noch nicht. Das Gespann überzeugt mit einem wohl überlegten Plot und dessen Aufbau, aber auch mit einem sehr flüssigen und fesselnden Schreibstil. Ich bin froh, dass ich „Lovegoods Mission – Planetary Lust 1“ als Rezensionsexemplar erhalten habe und lesen durfte.

Dienstag, 18. November 2014

My Scottish Dream von Kayla Kandrick















Inhalt:

Alisons Leben könnte perfekt sein, doch das Schicksal genießt es, sie zu quälen. Zuerst stirbt ihre Mutter an Krebs, dann verliert sie ihren Job und ihr Lebensgefährte Josh betrügt sie. Als wäre das nicht schon genug, verletzt sich auch noch ihre Großmutter, die in Schottland lebt. Hals über Kopf nimmt Alison die Reise auf sich, um ihre Gramps zu helfen. In Edinburgh angekommen, lernt sie Alison den Vertrauensbruch verzeihen und Angus noch eine Chance geben?
(Quelle Amazon)



Beurteilung:

Was tun, wenn man alles verliert, was einem lieb und teuer ist und man plötzlich allein dasteht, ohne Job, Lebensgefährte und Mutter? Die Zelte einreißen und komplett neu bei der verletzten Großmutter in Schottland anfangen? Den schottischen Traum leben? Vielleicht mit Angus, dem smarten Nachbarn? Aber das Schicksal hat noch einige Überraschungen (nicht nur Positive) für Allie bereit…

Kayla Kandrick schreibt in ihrem Roman sehr emotional und einfühlsam die Geschichte von Alison. Ihrem Kampf, ihrem Leben wieder einen neuen Sinn zu geben, der Suche nach ihren Wurzeln und der Hoffnung auf eine neue erfüllende Partnerschaft. Dabei muss die überaus sympathische Hauptprotagonistin noch einige Schicksalsschläge hinnehmen, bis sie sich am Ende ihres erhofften „scottish Dream“ befindet.

Sehr authentisch sind dabei die Gedankengänge der Autorin, die sie hier auf knapp 233 Seiten zu Papier gebracht hat. Ebenso vorteilhaft dient zum Verständnis die verwendete Ich-Perspektive, d.h. die Geschichte wird aus der Sicht von Alison erzählt. Somit gelingt es dem Leser sehr leicht hinter die „Fassade“ von Allie zu blicken, ihre Gedankengänge, Ängste und Gefühle zu verstehen; und ferner sich mit ihr zu identifizieren. Weshalb sich beim Lesen auch schon mal die ein oder andere Träne einschleichen kann…

Der Roman besticht mit einem sehr flüssigen Schreibstil und einem interessanten Plot. Eine Geschichte, die jederzeit „um die Ecke“ so passieren könnte: realistisch und gefühlsnah. Es werden Themen wie Enttäuschung, Schutzmechanismen, Liebe und Verrat verarbeitet.

Die erotischen Szenen werden sehr sinnlich und geschmackvoll in Szene gesetzt ohne überladen zu wirken. Auch schafft es die Autorin, allein durch ihre Umschreibungen, die unterschwellige sexuelle Anziehungskraft und erotische Spannung zwischen Allie und Angus zu suggerieren.

Das Cover wurde sehr passend zur Handlung gewählt: eine nachdenklich wirkende junge Frau vor einer traumhaften Landschaft sitzend – in sich gekehrt, die Ruhe genießend… stellvertretend für Alison und ihrer Suche nach einem neuen Inhalt in ihrem Leben. Selbst auf die roten Haare wurde dabei geachtet.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass mir der Roman „My Scottisch Dream“ von Kayla Kandrick sehr, sehr gut gefallen hat. Er ist flüssig geschrieben, authentisch, realistisch und emotional – verarbeitet Themen, mit denen jeder von uns schon mal in seinem Leben in Berührung kam - und lädt dennoch zum Träumen ein.


Vielen Dank an Kayla Kandrick/Drucie Anne Taylor für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.



Samstag, 15. November 2014

Die Rose von Suez von Kim Henry















Inhalt:

Ägypten 1862. Ein Jahrhundertbauwerk, eine politische Intrige und zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Er nennt sie Malak, seinen Engel, für sie ist er nur ein wilder Barbar.

Nach einem kriegerischen Beduinen-Überfall strandet die junge, britische Mathematikerin Hazel Fairchild im Harem von Scheich Djamal. Mit spitzer Zunge und Sarkasmus wehrt sie sich dagegen, zu sehen, dass Djamal und sie womöglich mehr gemeinsam haben, als sie glauben möchte. Doch wie soll sie einem Mann widerstehen, der ihr mit mehr Leidenschaft und Respekt begegnet, als jeder andere Mansch zuvor?

Längst schon ist eine Intrige im Serail im Gange. Wird es ihnen gelingen, ihre Liebe zu retten, oder siegt am Ende die Politik?
(Quelle Amazon)



Beurteilung:

Bei diesem neuen Werk des Autorinnenduos von Kim Henry handelt es sich um einen historischen Liebesroman, der im Jahr 1862 im arabischen Ägypten spielt. Den Autorinnen ist es mehr als gelungen, sowohl eine ansprechende Liebesgeschichte, als auch sozialkritische Aspekte und kulturelle Unterschiede und deren dadurch hervorgerufenen Probleme authentisch zu verbinden und zu verarbeiten.

Innerhalb kürzester Zeit wird der Leser durch den sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil ins Ägypten und somit mitten in die ungeplante Entführung von Hazel Fairchild entführt. Dabei werden die Ängste, Zweifel, aber auch der Selbsterhaltungstrieb von Hazel sehr bildhaft und emotional verarbeitet und authentisch dargestellt, womit sich der Leser ziemlich schnell mit der sehr selbstbewussten und toughen Engländerin identifizieren kann. Aber auch die Gedankengänge und Überlegungen, sowie Zweifel des Scheichs Djamal werden dem Leser durch den personalisierten Erzählperspektivenwechsel vermittelt, so dass der Leser sich seine eigenen Gedanken über die jeweiligen Handlungsweisen machen kann, und teilweise am liebsten in das Geschehen eingreifen möchte, um den sympathischen Progtagonisten zu helfen.

Die erotischen Szenen werden äußerst geschmackvoll in Szenen gesetzt und laden zeitgleich zum Träumen ein. Die langsam aufkeimende zarte Blume der Liebe zwischen Djamal und Hazel, gegen die sich beide zu Beginn noch sträuben, und die knisternde Erotik sind beim Lesern mehr als greifbar; ebenso die Selbstzweifel, die Verzweiflung und die Hoffnung auf ein Happy-End beider Hauptprotagonisten. Die Leidenschaft und Liebe von Hazel und Djamal werden authetisch und nachvollziehbar dargestellt und bilden das zentrale Thema des historischen Liebesromans.

Sehr gut gelungen ist dem Duo aber auch sowohl die Darstellung, als auch die damit einhergehenden Probleme der Lebensweise eines arabischen Scheichs, der einen großen Beduinenstamm regiert. Sowohl die Tatsache, dass jener Scheich einen Harem aus mehreren Ehefrauen und Konkubinen besitzt, als auch die politische Situation und die einzuhaltenden Traditionen,  die Djamal einhalten muss, um seinen Stamm zusammenzuhalten und die Gemüter zu besänftigen. … zwei Welten treffen im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander: die europäische Lebensweise und die arabische Lebensweise … Probleme sind vorprogrammiert, v.a. wenn noch wahre Gefühle und Leidenschaft dazukommen… Kann man allein mit Liebe solch große Hindernisse überwinden? Oder holt einen die Realität schneller als erwartet aus dem „Traum aus 1001 Nacht“ zurück? V.a. wenn aus den eigenen Reihen eine alles zerstörende Intrige geschmiedet und in Gang gesetzt wird.

Das Cover beinhaltet wieder die zentralen Themen: Liebe, Treue, Harmonie und Wertschätzung. Sehr geschmackvoll und in sich stimmig dargestellt.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass es mir sehr viel Spaß bereitete diesen historischen Roman von Kim Henry zu lesen. V.a. der flüssige und fesselnde Schreibstil verbunden mit dem Plot machten es sehr schwer, das Buch zur Seite zu legen. Auch das Cover wurde wieder sehr ansprechend und der Handlung angepasst gestaltet.


Vielen Dank an den Sieben Verlag und dem Autorinnen-Duo von Kim Henry für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und der Einladung zur Teilnahme an der Blogtour „Die Rose von Suez“.

Montag, 10. November 2014

Vom Tod geküsst von Amanda Frost
















Inhalt:

Er ist der Tod! Und er kommt, um sie  zu holen!

Doch was, wenn sie nicht sterben kann? Und zudem völlig fasziniert von dem teuflisch gut aussehenden Fremden ist? Diese Frage muss ich Krankenschwester Lilly stellen. Denn anscheinend gibt es nur eine Alternative: Sie muss sterben, ansonsten wird Sebastian in der Hölle schmoren. Doch soll das wirklich das Ende sein?

Wofür lebst du, wenn du längst gestorben bist?

Packende Fantasy, prickelnde Erotik und eine Liebe, die sich über den Tod hinwegsetzt.
(Quelle Amazon)




Beurteilung:

Was wenn dein Leben plötzlich beendet wird und du auf einmal der Helfer des Todes bist? Wenn du die Macht über Leben und Tod hast – durch bloße Berührung? Was wenn du dabei „die Liebe deines Lebens“ triffst und sie in das Reich der Toten holen sollst? Ist man als Untoter überhaupt zu wahren Gefühlen fähig und beruhen diese auf Gegenseitigkeit? Wie kann man dem Tod ein Schnäppchen schlagen?

Amanda Frost verarbeitet in ihrem Fantasy-Erotik-Roman einen sehr interessanten Plot, mit einem – für mich – sehr überraschenden Ende. Durch ihren angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil entführt die Autorin den Leser innerhalb kürzester Zeit in die Welt von Sebastian und Lilly. Neben weltlichen Problemen haben beide noch zusätzlich mit scheinbar unlösbaren teuflisch/himmlischen Problemen zu kämpfen.

Neben der langsam aufkeimenden Liebesgeschichte, befasst sich die Autorin in ihrem Roman mit Themen wie tiefe Freundschaft, bedingungslose Liebe und errichteten Schutzbarrieren. Gemeinsam versuchen Lilly und Sebastian nach und nach vorhandene Selbstzweifel, Schutzmauern und Ängste einzureisen und abzubauen, um sich am Ende dem Gegenüber komplett öffnen zu können. Durch den personalisierten Erzählperspektivenwechsel, der flüssig in die Handlung eingebaut wurde, ermöglicht uns die Autorin auch „hinter die Stirn“ der Hauptprotagonisten zu sehen und an ihren Gedankengängen teilzuhaben. Wodurch der Roman sehr authentisch wirkt und den Leser mit in seine Handlung einbindet.

Auch kommt der emotionale Aspekt nicht zu kurz. Durch sehr gewählte Wortwahl und einfühlsame Beschreibungen findet zeitgleich eine Art Identifizierung mit den Protagonisten statt, d.h. auch die ein oder andere Träne schlich sich beim Lesen bei mir ein, ebenso wie Fassungslosigkeit und Verzweiflung.

Humorvoll verpackt Amanda Frost den Kampf der Zwischenwelt, seiner Bewohner und den Lebenden, so dass man nicht umhin kommt, bei der ein oder anderen Szene zu schmunzeln.

Sehr sinnlich und ansprechend werden die erotischen Szenen verpackt, so dass sie zeitgleich zum Träumen einladen.

In sich stimmig ist auch die Covergestaltung: als zentrales Thema ein sich küssendes Paar – stellvertretend für die Liebesgeschichte, der Sensenmann in schwarz gehalten links unten – als Hinweis für das Genre Fantasy - und daneben der Titel „Vom Tod geküsst“. Die dominierende Farbgebung ist blau und schwarz. Mit blau assoziiert man u.a. Sympathie, Harmonie, Unendlichkeit, Treue und Sehnsucht, mit der Farbe schwarz hingegen Tod, Trauer, Einsamkeit und Finsternis… alles Elemente, die auch im Roman vorkommen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Amanda Frost hier der Spagat zwischen paranormalen Elementen, Erotik, Humor und wahrer, tiefer Gefühle sehr gelungen ist. Ein absolutes Lesevergnügen.

„Vom Tod geküsst“ ist in sich abgeschlossen und kann auch unabhängig davon, dass es noch weitere Teile geben wird, gelesen werden. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil dieser neuen Reihe.


Vielen Dank Amanda Frost für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.