Donnerstag, 2. Oktober 2014

Mister Iron & Miss Steel von Kera Jung
















Inhalt:

Richard ist ein gewiefter, erfolgsverwöhnter Geschäftsmann, der tunlichst darauf achtet, sich niemals der größten Gefahr für jeden Gewinn hinzugeben: Emotionen, schon gar keinen romantischen. Als er eher zufällig auf die widerborstige und mit allen Wassern gewaschene Jane trifft, scheint es fast, als geriete seine Lebensmaxime ins Wanken. Nur hat er keineswegs die Absicht, seine Überzeugungen aufgrund dieser Seltsamkeiten, die sich Gefühle nennen, über Bord zu werfen. … Jane übrigens auch nicht.
(Quelle Amazon)


Beurteilung:

Dickschädel trifft auf Dickschädel, oder auch: was tun, wenn man plötzlich seinem Pendent gegenübersteht und das Denken und Handeln nur noch auf den „Widersacher“ ausgelegt ist?

Hier besticht Kera Jung mit einem sehr offenen und umgangssprachlichen Schreibstil. Es fallen schon auch mal Beschimpfungen und Ausdrücke „unter der Gürtellinie“, die jedoch meiner Ansicht nach wohl platziert sind und hervorragend zu den beiden starken Charakteren passen.

Wer allerdings eine Liebesgeschichte im klassischen Sinn sucht, ist hier fehl am Platz. Hier geht es um „fressen oder gefressen werden“. Die Protagonisten sind beide machthungrig und erfolgsorientiert. Dabei lassen sie auch moralische Grenzen außer Acht. Die innere Einstellung, v.a. von Richard, der ein frauen- und emanzipationsverachtendes Weltbild besitzt, wirkt auf den ersten Blick etwas überzogen, aber dennoch sehr real.

Durch den Erzählperspektivenwechsel zwischen Richard und Jane bekommt der Leser Einsicht in die Gefühle und Gedankengänge der beiden Hauptprotagonisten. Womit dieselbe Abscheu und Verachtung, aber auch die langsam aufkeimenden Gefühle authentisch auf den Leser projiziert werden, so dass eine gewisse Identifikation stattfindet.

Die expliziten Sexszenen werden gekonnt und geschmackvoll in Szene gesetzt und dem Leser genügend Spielraum für das eigene Kopfkino gelassen.


Erotik kombiniert mit Intrigen, Spannung und Leidenschaft zeichnet diesen Plot von Kera Jung aus und beschert somit angenehme Lesestunden, in denen man in eine authentisch wirkende fiktive Welt der „Haie“ abtauchen kann mit unvorhersehbaren Ereignissen und Wendungen.

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