Freitag, 5. Januar 2018

Russian Fighter: Eigensinnige Herzen von Lisa Skydla





eBook (Kindle-Edition) 3,99€
Taschenbuch 12,95€
Seiten 328






Inhalt

Als Kira entdeckt, dass ihr Mann fremdgeht, hält sie es für eine gute Idee, einen Urlaub zu buchen, um ihre Ehe zu retten. Aber dass sie im Hotel ständig über den arroganten russischen Boxer Nikolaj stolpert, stört sie gewaltig, denn dieser Kerl bringt eine besondere Saite in ihr zum Klingen.
Insgeheim muss sie sich eingestehen, dass seine Dominanz sie anzieht, selbst die Vorstellung, dass er auch eine sadistische Ader hat, stört sie kaum, aber sie ist verheiratet!
Nikolaj ist vom ersten Augenblick an von der eigensinnigen Deutschen fasziniert, zu gerne würde er sie in die Welt der Dominanz und Unterwerfung einführen! Ein dunkles Geheimnis, mit dem er sich herumschlagen muss, sorgt dafür, dass er sich von ihr fernhält. Doch das Schicksal hat ganz andere Pläne!
(Klappentext)


Beurteilung

Wieviel Demütigungen kann man im „Namen der Liebe“ tolerieren? Wann ist das Maß voll? Was, wenn man hinterrücks ausgenutzt und nach und nach unbemerkt isoliert wurde? Was, wenn man erkennen muss, dass man alleine für einen Traum kämpft? Was, wenn einen die Realität wie ein Vorschlaghammer einholt. Was, wenn man den Mut aufbringt den Schritt nach vorne zu machen, nur um festzustellen, dass nun eine andere Gefahr den Neuanfang bedroht?

Lisa Skydla schafft es eine emotionale Bindung ihres Lesers zu ihrer mehr als sympathischen Hauptprotagonistin Kira herzustellen. Dank ihres wortgewandten, fesselnden und flüssigen Schreibstil, sowie ihrem schriftstellerischen Können die Gefühlswelt der taffen Kira in Wort zu fassen, die den Leser mehr als berühren, so dass unweigerlich eine emotionale Bindung und Identifikation mit jener entsteht, vergeht die Lesezeit im Nu. Jedoch auch der innere Kampf den Nikolaj in Bezug auf Kira aussteht, wird sehr einfühlsam und plausibel wiedergegeben.
Dabei hält die Autorin auch nicht mit den Schattenseiten einer einseitig geführten Ehe hinter den Berg. Sie deckt durch diesen Roman den „Mantel des Schweigens“: sehr plausibel und einfühlsam werden dabei die Isolation der betroffenen Personen, der seelische Missbrauch und deren Ängste, sowie die Macht von Worten/Gemeinheiten der Gegenseite transparent gemacht. Damit wagt sich die Autorin an ein sehr heikles Thema und meistert dieses meines Erachtens bravurös.

Jedoch kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Ist Nikolaj doch mit der russischen Mafia mehr oder weniger verstrickt. Eine Bedrohung, die alles zerstören könnte… Was hat das Schicksal noch vor mit den beiden Protagonisten, die jeder für sich, aber auch gemeinsam für ihr Glück kämpfen.

Neid, Missgunst, Verrat, emotionaler Missbrauch aber auch tiefe Freudschaft, Familienzusammenhalt und tiefe Gefühle ergänzen sich in diesem Werk hervorragend und stürzen dabei den Leser in ein Wechselbad der Gefühle: von Fassungslosigkeit, Entsetzen, Verstehen, Lachen, Hoffen und Träumen ist alles vertreten.

Die expliziten Szenen sind gespickt von tiefen Gefühlen und Vertrauen und werden sehr erotisch, ästhetisch und sinnlich beschrieben. Dabei fließen auch BDSM-Elemente mit ein, die jedoch eine untergeordnete Rolle spielen. Im Vordergrund stehen, wie auch in den übrigen Romanen der Autorin, tiefe Verbundenheit, uneingeschränktes Vertrauen und tiefgehende Gefühle.

Zusammenfassung

Lisa Skydla überzeugt auf knapp 330 Seiten mit ihrem schriftstellerischen Können. Dank ihrer angewandten personalisierten Erzählperspektive ermöglicht sie es dem Leser tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden mehr als sympathischen Hauptprotagonisten einzutauchen, mit ihnen zu hoffen, kämpfen, weinen und freuen. Gewinnbringend ist dabei auch der flüssige, wortgewandte und sehr angenehme Schreibstil der Autorin. Die Herausforderung ein sozialkritisches und oft totgeschwiegenes Thema in Worte zu fassen und dabei den Leser zu berühren und zu erreichen gelingt ihr hier mehr als hervorragend.
Absolute Leseempfehlung meinerseits!



Vielen Dank Lisa Skydla für die Bereitstellung eines Rezensionexemplars! Dieser Umstand hatte keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung und Beurteilung!